03 Jan

Ein kleiner Gruß zu Weihnachten

In meinem letzten Bericht habe ich von den Auswirkungen des Zyklon Gaja berichtet. Die Reparaturarbeiten laufen sehr langsam an, da wir mit einem zweiten Zyklon rechnen müssen. Die Solarreflektoren werden Anfang Januar erneuert. Bis jetzt haben wir noch nicht alle Reflektoren gefunden, die vom Dach weggeflogen sind.

Die Zeit des Advents ist wie wohl an vielen Orten eine sehr beschäftige Zeit.

 Wir sind mit einer kleinen Gruppe in viele Dörfer gegangen, um mit den Menschen zu singen und die gute Botschaft von Weihnachten zu bringen. In einem kleinen Dorf haben wir das Programm  ausgedehnt, und es mit tanzen – es ist ein Talent – das die jungen Menschen in Indien besitzen, ausgeschmückt.

Eine Tradition an Weihnachten in Indien ist die, dass man guten Freunden einen Kuchen bringt. Da unser Kuchen, im Haus gemacht, sehr begehrt ist, hat unsere Bäckerei in diesem Jahr 100 Kuchen gebacken. Die Hälfte davon wurde bei uns als Bestellung aufgegeben und natürlich bezahlt.

Ebenso haben wir elf verschiedene Sorten Kekse gebacken, die sehr begehrt sind.

Vor einer Stunde hatten Stella und Shakila einen Unfall mit dem Motorroller, wir hoffen, dass der linke Unterschenkel  von Stella nicht gebrochen ist. Sie mussten auf der Straße einer Kuh ausweichen…

Ein kleines Weihnachtsfest, das wir mit allen Kindern die zu uns zur Nachhilfe kommen und deren Eltern gefeiert haben,  hat vielen Freude bereitet. Christen und Hindus konnten zusammen tanzen und  „Happy Christmas“ singen.

Und das wünsche ich Ihnen auch von ganzem Herzen, frohe und gesegnete Weihnachten und eine gutes und erfolgreiches Jahr 2019.

Gerne sende ich ihnen die beiden Engel, und wünsche, dass sie Ihnen die gute Botschaft bringen und Sie auf all Ihren Wegen beschützen.

Bleiben Sie uns gewogen. Mit dankbarem Herzen für Ihre Hilfe, Ihr Gebet und Unterstützung jeglicher Art grüße ich Sie in Namen aller Menschen, denen Sie Gutes tun.

Gisela Häring

12 Dez

Bericht zum Zyklon Gaya

Am 7.11. flog ich nach Deutschland. Es wurde alles organisiert, was zu organisieren war, aber es gibt Dinge, die kein Mensch einplant und organisieren kann.

Am 16.November morgens, um 7 regnete es in Tamil Nadu. Alle beteten, dass noch mehr Regen kommen soll, den wir nötig brauchen, aber es war auch der Stille Wunsch da, das das College und die Schule ausfallen, wenn der Regen noch heftiger runter prasselt. Aber niemand war auf einen Cyclon vorbereitet, der in 30 Minuten einen ungeheuren Schaden hinterließ. Er kam vom Bengalischen Meer und verheerte Vailankani, Nagapattinam und kam in unseren Distrikt. Von hier brauste er nach Dindigul und Kodaikanal.

Die kleinen Häuser verloren ihre Dächer, die Strommasten lagen auf dem Boden, Bäume wurden entwurzelt, große Hinweis- und Verkehrsschilder und Vordächer flogen davon.

Wir verloren unsere Solarkollektoren. Sie flogen zwei Straßen weiter oder zu unserem Nachbarn und rissen deren Dach auf. Das große Fenster in unserem zweiten Haus, das Helligkeit brachte, vor Regen und Affen schützte, zerbrach völlig. Große und kleine Bäume fielen um, wurden entwurzelt oder verloren dicke Äste.

Für Tage gab es keinen Strom, kein Wasser, man konnte nichts kaufen und nicht in die Dörfer fahren, da alles durch Bäume, Dächer und Asbestteile total blockiert war. Bis zum heutigen Tag sind die Dörfer noch nicht mit Wasser und Strom versorgt.

Wir müssen unsere Solaranlage erneuern.   Wir hängen zurzeit am offiziellen Stromnetz. Wir merken nun, wie sehr uns Solarenergie bei der Arbeit im Nähzimmer, bei der Nachhilfe am Abend hilft und einfach eine Garantie für Strom ist. Jetzt wird alles durch die ständigen Stromausfälle unterbrochen

Eine junge, Frau, die im vierten Monat schwanger war, wir haben ihr ein Studium ermöglicht, wurde von einem Asbestdach am Hals getroffen und starb auf der Stelle. Ein sehr trauriges Ergebnis des Unwetters.

Die Spätfolgen, dieses Zyklon Gaya, werden wir in den Sommermonaten erleben, wenn es keine Früchte gibt, keine Bananen, Mangos oder Kokosnüsse und keine Schattenspendend Bäume gibt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit

Gisela Häring

PS: es wird ein zweiter Zyklon vorher gesagt…