26 Jul

Rundbrief im Juli

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In den letzten Monaten hatten wir 2 größere Ereignisse, zum einen unser Summercamp im Mai und die Feier unserer Novizinnen im Juli.

„Holidays“! J Da der Mai mit Temperaturen über 40° C der heißeste Monat ist, sind die Schulen geschlossen und die Kinder genießen die freie Zeit bis Anfang bzw. Mitte Juni das nächste Schuljahr beginnt.

Nach und nach bekommen die Kinder nun ihrer „Results“, die Ergebnisse ihrer Examen, die noch in den letzten Schulwochen geschrieben wurden.  Anders als in deutschen Schulen, gibt es eine Examenszeit, aber auch „Study leave“, freie Zeit zum Lernen. Während der Examenszeit werden innerhalb von 2 Wochen dann fast täglich Arbeiten geschrieben.

Was dem indischen Schulsystem aber vollkommen fehlt ist Transfer. Die Leistung der Kinder besteht ausschließlich im Auswendiglernen von „Questionpapers“, den Fragebögen zu den Arbeiten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass selbst unsere 10. Klasse Jungs kaum mehr als 5 englische Sätze zustande bekommen. Und das obwohl die Bücher nicht schlecht sind, aber den Kindern kann man keinen Vorwurf machen, wenn die Lehrkräfte es nicht anders vermitteln. Englische Texte werden vom Lehrer auf Tamil erklärt, die Fragen ebenso – so läuft es zumindest in den meisten „Government-Tamil-Medium-Schools“ ab. Wer es sich leisten kann schickt seine Kinder aber eher auf eine „English-Medium-School“, welche meistens privat sind. Von Bildungsgleichheit ist man hier also weit entfernt!

Gleichheit herrscht nur bei der Kleidung, denn bereits die Kleinen im Kindergarten tragen Schuluniformen und an manchen Schulen sogar die Lehrer. 😉

Aber nochmal zurück zu unseren 10.Klasse Jungs.

Anfang Juni werden sie Ergebnisse ihrer Tests erhalten, welche dann darüber entscheiden wie es in „+1“ (11. Klasse) und „+2“ (12. Klasse) weiter geht. Besonders wichtig sind die Noten in den Naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem Mathematik. Während „+1“ nicht besonders ausschlagend gebend für die Zukunft ist,  sind es die 10. & 12. Klasse umso mehr. Besonders wichtig sind die Noten in den Naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem Mathematik. Schneidet man gut in Mathematik ab steht einem eigentlich jeder Studiengang im College offen.

Sollte einer unserer Jungs in einem Fach durchfallen, haben sie immer noch Zeit bis Anfang Juli die Tests nachzuholen, wenn ich es richtig verstanden habe, so oft sie wollen! 😀

Um die Zeit bis zum Schulbeginn und auch die Wartezeit bis zu den Ergebnissen etwas zu verkürzen, veranstalteten wir Mitte Mai 10 Tage lang Spiele und Wettkämpfe für unsere Tuition-Kids.

Nachdem die Wettkämpfe beendet waren, kamen die Kids noch 2 weitere Tage um das Programm für den letzten Abend einzustudieren. Was bei so einer Veranstaltung natürlich nicht fehlen durfte war Tanz, und so gab es gleich neben Gesang und Sketchen gleich 4 verschiedene Tänze zu sehen. An diesem Abend kamen die Kinder alle fein herausgeputzt – einige sogar in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister. Nachdem die Kinder ihren Teil des Programmes vorgeführt hatten gab es dann die Preise für die Wettkampfsieger. In Hinblick auf das kommende Schuljahr gab es vor allem nützliche Preise, wie z.B. Bleistifte, Spitzer, Radiergummi – eben alles was man für die Schule braucht! 😉

Während die Schule für die jüngeren Schüler im Juni wieder begann, hatten unsere 10. Klässler noch Zeit bis in den Juli.

Seit Juli ging also alles wieder seinen gewohnten Gang, die Schüler gehen zur Schule, unsere Mädchen zum College und am Abend kommen die Kinder wieder zur Tuition Class.

Abgesehen davon liefen schon die Vorbereitungen für einen ganz besonderen Tag in unserem Haus, dem 12. Juli. An diesem Tag feierten wir den „1.Contract“, also das Bündnis der Novizinnen, die nun nach Beendigung ihres Noviziats offiziell Schwestern der Gemeinschaft „Mary On The Way“ sind. Besonders daran ist, dass Belsiya, Maria & Vinnarassi  die ersten indischen Mädchen in der Gemeinschaft sind, die dieses Bündnis eingehen.

Anschließend wurde der „1. Contract“, der erste Vertrag unterschrieben. Mit ihrer Unterschrift lassen sich die Mädchen für ein Jahr auf die Gemeinschaft ein, nach welchem sie nochmals einen Vertrag unterzeichnen.

Unser Haus war festlich geschmückt, die Familien der Mädchen waren anwesend und der Gottesdienst wurde durch die jungen ´brothers der Schönstatt Gemeinschaft´ musikalisch begleitet.

Im Anschluss der Zeremonie wurde die Torte angeschnitten, von der jeder – wie bei indischen Festen üblich- ein Stück bekam bzw. damit gefüttert wurde. 😉

Es erwarteten uns Unmengen an Reis uns Soßen in verschiedensten Variationen. Für indische Feste wird immer groß aufgefahren und so sorgte ein ´Partyservice´ für unser leibliches Wohl. Bereits seit den frühen Morgenstunden schnippelten sie Bohnen, Zwiebeln und anderes Gemüse im Hof und kochten in überdimensionalen Töpfen Reis.

Bis auf uns und die Familien der Mädchen leerte sich unser Haus nach dem Essen auch ziemlich schnell wieder und eigentlich waren wir alle froh, dass langsam etwas Ruhe eingekehrte.

Alles in Allem war es ein gelungenes & schönes Fest, trotz dessen, dass ausgerechnet an diesem Tag der Motor für das Wasser in unserem Haus ausfiel und wir am Nachmittag weder Trinkwasser, noch Wasser zum Duschen oder Spülen hatten, aber in Indien klappt auch das irgendwie! 😀